Etwas dramatischer Titel? Vielleicht... aber bei uns absolut passend. Wir hatten keine Ahnung was auf uns zukommt. Schlaflose Nächte, die Koliken, das Schreien, halt einfach das ganze Package überrollt einen. Dabei hat man doch eigentlich noch nicht mal die Geburt richtig verarbeitet, da muss/darf/soll man sich zu Hause mit diesem wehrlosen Säugling auseinandersetzen, den man doch noch gar nicht kennt, auch wenn es das eigene Kind ist. Aber das es SO wird?! Das sagt einem keiner. Es ist ne wahnsinnig strenge Zeit, körperlich und psychisch. Nehmt jede Hilfe an, die ihr kriegen könnt. Die sollen euch zu Essen bringen, mal einkaufen gehen oder mal zwei Stunden ne Runde mit dem Kinderwagen drehen damit ihr schlafen könnt.
Und nein, auch wenn es sich so anhört, ich will keinem Kinder ausreden. Ich finde es einfach nur fair, wenn das mal jemand anspricht und zugibt, dass es ne verdammt strenge Zeit ist. Ihr kommt an eure Grenzen, manchmal darüber hinaus. Aber ihr schafft das! Es geht allen so! Und das schöne ist, es geht vorbei!! Irgendwann hören die Koliken auf. Das Baby schläft länger am Stück und trinkt mehr, weil die Verdauung schon besser entwickelt ist. Es wird immer nur noch besser! Das erste Mal wieder 5-6 Stunden am Stück schlafen ist unbeschreiblich! :-) Genau so wie das erste bewusste Lächeln von eurem Baby!
Und wenn es mal wieder unglaublich schwer ist, hier ein paar schöne Zeilen, die helfen können sich in das Kind hineinzuversetzen:
Ich bitte Dich um Dein Vertrauen. Ich bin als Teil von Dir gewachsen und geboren worden.
In der Welt, in der Du lebst, bin ich vorerst auf Fürsorge angewiesen. Ich bitte Dich, mich zu schützen, damit nicht einfach über mich verfügt wird.
Ich bin aus Deinem Fleisch und Blut entstanden. In jeder Zelle trage ich Deinen Jubel und Dein Glück mit mir, aber auch die Spuren Deines... Schocks und Traumas. Ich bitte Dich...betrachte mich nicht als ein von Dir getrenntes Wesen. Wir sind auf vielen Ebenen verbunden. Wenn Du Kummer hast, sorge ich mich um Dich. Andererseits unterstützt es mich in meiner Entwicklung, wenn Du entspannt und vertrauensvoll bist.
Wenn ich weine, ist es manchmal schwierig für Dich. Vielleicht weckt es unbewusste Erinnerungen an die Gefühle, die Du hattest, als Du so klein warst wie ich. Ich bitte Dich...lass Dich berühren und erzähle mir von Deinen Gefühlen, erzähle mir Deine Geschichte, die fortan auch ein Teil von mir ist.
Ich bitte Dich...halte mich nicht für unwissend, nur weil mein Erzählen und Handeln noch nicht Deiner intellektuellen Logik entspricht. Rede mit mir, erkläre mir, was Du tust, erzähle mir, was Dich bewegt, frage mich. Höre mir einfach zu, wenn ich Dir vom Leben und von meinen Bedürfnissen erzähle. Wenn Du mir wirklich zuhören kannst, dann wirst Du mich auch ohne Austausch von Worten verstehen.
Wenn Du meinen Hunger gestillt und dafür gesorgt hast, dass ich trocken bin und wenn ich keine Schmerzen habe, aber dennoch weine, dann bitte ich Dich...versuche nicht, mein Weinen "abzustellen", sondern nimm mich zu Dir und sei einfach da für mich, denn jede auf Deiner Haut geweinte Träne ist ein Tropfen der Heilung. Das Weinen hilft mir, Spannungen abzubauen und mein Erleben der Schwangerschaft und Geburt zu verarbeiten.
Ich bitte Dich...schau mir in die Augen, damit Du die Liebe wieder erkennst, mit der ich gezeugt und geboren worden bin.
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